So schieĂźen Sie mit der Canon EOS die perfekte Nachtaufnahme

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Nachtaufnahmen sind ein schwieriges Unterfangen: Die schlechten Lichtverhältnisse verursachen in den Standard-Einstellungen und bei aus der Hand geschossenen Fotos Rauscharien und Wackelbilder. Damit sie gelingen, müssen Fotografen daher einiges im Umgang mit der EOS von Canon beachten. Die Belohnung sind wunderbare und dynamische Nachtaufnahmen.

Wenn die Sonne untergeht, wird Fotografieren schwierig. Plötzlich werden die Belichtungszeiten von der Kamera-Automatik verlängert und der ISO-Wert hochgezogen. Selbst mit Bildstabilisator verwackeln Fotos, zudem verhindert Bildrauschen oder der Aquarell-Effekt der Rauschunterdrückung wirklich schöne Bilder. Auch der Blitz ist keine Hilfe. Fotos wirken überblendet und unnatürlich, bei Landschaften versagt er völlig. Ja: Bei Nachtaufnahmen trennt sich die Anfänger-Spreu vom Profi-Weizen.

Der Post Tower - Konzernzentrale von Deutsche Post DHL in Bonn.

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Auch ich hatte damals, in der FrĂĽhzeit der Digitalfotografie, meine liebe Not, Nachtaufnahmen mit meiner ersten Canon EOS zu schieĂźen. Doch es gibt einige Tricks und Kniffe, um die ĂĽblichen Probleme zu umschiffen.

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Nachtaufnahme: Auf die (Voll-)Automatik verzichten

Als Anfänger neigt man ja in aller Regel dazu, die Denkarbeit der Kamera zu überlassen. Canon EOS-Kameras besitzen eine Reihe von Automatikmodi, darunter auch einen für Nachtaufnahmen. Meine erste Erkenntnis war, dass die Vollautomatik nachts nicht zu gebrauchen ist. Während die „normale“ Automatik direkt den Blitz ausklappt, versucht die blitzlose Automatik auf Teufel komm raus Schnappschüsse zu erlauben und zieht gnadenlos die Blende auf und die ISO-Werte hoch.

Tutorial: Nachtaufnahmen mit der Canon EOS

Die EOS M10 kombiniert den Canon Bildprozessor DIGIC 6 mit einem 18-Megapixel-Sensor und Hybrid CMOS AF II – für ein reaktionsschnelles Handling und eine beeindruckende Bildqualität bei Fotos und Full-HD-Videos. Außerdem verfügt die EOS M10 über einen Nachtaufnahme-Modus.

Die bei manchen Modellen vorhandene Nachtautomatik wiederum versucht, möglichst lange Belichtungszeiten einzusetzen, was Freihand-Aufnahmen ebenfalls unmöglich macht.

Mit anderen Worten: Ohne Verwendung des manuellen Modus oder der Zeit- oder Blendenautomatik, Kenntnis der Werte Belichtungszeit, Blende, ISO und Brennweite sowie ohne Stativ funktionieren Nachtaufnahmen auch bei teuren EOS-Kameras nicht vernĂĽnftig. Weshalb ich ziemlich schnell auf die Automatik verzichtet habe.

Nachtaufnahmen: Verwacklungen und Rauschen vermeiden

Das größte Problem bei Nachtaufnahmen sind „Verwackler“. Die entstehen, wenn die Belichtungszeit zu lang und die Kamera nicht stabilisiert ist, etwa bei Schüssen aus dem Handgelenk. Die Kamera zieht die Belichtungszeit in dunkler Umgebung hoch, um korrekt belichtete Bilder abzuliefern: Bliebe diese so kurz wie bei gutem Licht, wäre das Foto unterbelichtet, weil zu wenig Licht auf den Sensor fällt.

Der Hamburger Hafen wirkt bei Nacht gleich noch faszinierender.

Der Hamburger Hafen wirkt bei Nacht gleich noch faszinierender.

Eine hohe ISO-Empfindlichkeit des Sensors und ein leistungsstarker Bildstabilisator im Objektiv können hier zwar viel herausholen. Allerdings bewirken auch Stabilisatoren keine Wunder. Und den hohen ISO-Wert bezahlt der Fotograf mit Bildrauschen oder Unschärfen, die durch die Rauschunterdrückung der Kamera ins Bild gerechnet werden.

Der Vorteil der Nachtaufnahme: Weniger Menschen sorgen fĂĽr eine klarere Wiedergabe des Motivs.

Der Vorteil der Nachtaufnahme: Weniger Menschen sorgen fĂĽr eine klarere Wiedergabe des Motivs.

Umgekehrt heißt das: Für vernünftige Nachtaufnahmen sind niedrige ISO-Werte nötig – und damit lange Belichtungszeiten! Ein Stativ oder eine stabile Unterlage ist also Pflicht. Ein Fernauslöser per Infrarot oder per App muss hingegen nicht zwangsläufig sein. Um Verwacklungen durch den Druck auf den Auslöser zu vermeiden, kann auch einfach der Selbstauslöser (Timer) verwendet werden. Meine ersten Nachtbilder mit Stativ sahen bescheiden aus, weil ich genau das vergessen hatte.

Lesetipp der Redaktion: Die Einstellung des ISO-Werts überlassen viele Hobbyfotografen grundsätzlich der Kameraautomatik. Dabei kann man mit einem manuell eingestellten Wert manches Foto, das sonst misslingen würde, retten. Wofür der ISO-Wert überhaupt gut ist und wie Sie ihn optimal einstellen, erfahren Sie in diesem Artikel.

Die Sache mit der Belichtungszeit

Übrigens: Kurze Brennweiten, also zum Beispiel 18 oder 24 mm, sind grundsätzlich langen Brennweiten vorzuziehen. Eine Regel der Fotografie besagt, dass die optimale Belichtungszeit für verwacklungsfreie Bilder dem Kehrwert der Brennweite entspricht. Heißt: Bei einem 50mm-Objektiv wäre mindestens 1/50 sinnvoll – bei Tageslicht wohlgemerkt!

Gerade im Winter bei Schnee gelingen eindrucksvolle Nachtaufnahmen.

Gerade im Winter bei Schnee gelingen eindrucksvolle Nachtaufnahmen.

Hinzu kommt bei Kameras mit kleinem Sensor – das sind alle Canon EOS mit APS-C-Sensor – der Crop-Faktor: Aus 50 mm Brennweite werden dabei 50 mm x (Cropfaktor) 1,6 = 80 mm. Die korrekte Belichtungszeit wäre also 1/80. Bei einem 24mm-Objektiv läge dieser Wert bei der Hälfte, womit es sich deutlich besser für Aufnahmen bei schlechtem Licht eignet. Dass solch kurze Belichtungszeiten in der Nacht nicht möglich sind, liegt auf der Hand. Damit mehr Licht auf den Sensor gelangt, müssen die Zeiten länger werden. Gleichzeitig sollte der ISO-Wert wegen des Rauschens auf mindestens ISO 400 oder niedriger geregelt werden.

Nachtaufnahmen: Manueller Modus muss sein

Dummerweise ist das mit den Automatik- und Halbautomatik-Modi kaum möglich. Sie müssen die Kamera also in den manuellen Modus (M) schalten. Hier können Sie alle Faktoren für die Nachtaufnahme bequem manuell einstellen: Belichtungszeit, ISO und Blende. Eine detaillierte Anleitung kann ich hier leider nicht geben: Je nach Szene und Lichtquellen müssen Sie für jedes Bild eigene Einstellungen finden. Das ist aber recht einfach:

1. Setzen Sie die Kamera auf das Stativ und stellen Sie zunächst einen niedrigen ISO-Wert von 100 bis 400 ein.

2. Schalten Sie – da Sie ja ein Stativ haben – den Bildstabilisator ab. Der kann durch seinen Motor nämlich für Verwacklungen sorgen.

3. Wählen Sie anschließend einen niedrigen, aber scharfen Blendenwert – 3.5 bis 5,6 sind bei den meisten Objektiven völlig in Ordnung. Das Problem: Ist die Blende zu weit offen, verliert das Bild an Schärfe. Ist sie zu sehr geschlossen, muss die Belichtungszeit länger werden.

4. Stellen Sie nun anhand der Brennweite die Belichtungszeit zunächst auf den „Normalwert“ ein, der bei Tageslicht sinnvoll wäre, also etwa 1/40 bei einem 24mm-Objektiv an einer EOS mit APS-C-Sensor.

5. Nehmen Sie dann mit Hilfe des Timers oder des Fernauslösers ein Bild auf und prüfen Sie das Ergebnis: Es wird höchstwahrscheinlich stark unterbelichtet sein.

6. Jetzt können Sie Schrittweise die Belichtungszeit erhöhen: Verdoppeln Sie sie zunächst, beim erwähnten 24mm-Objektiv zum Beispiel auf 1/20, und prüfen Sie das Ergebnis erneut. Versuchen Sie anschließend 1/10, 1/5 und so weiter, bis Ihnen das Ergebnis zusagt.

7. Mit etwas Ăśbung lernen Sie, schnell die optimalen Werte herauszufinden. Ansprechenden Nachtaufnahmen sind damit keine Grenzen mehr gesetzt.

8. Verwenden Sie am besten das RAW-Dateiformat: Es erlaubt später deutlich weitreichendere Bildkorrekturen als das komprimierte JPEG-Format. So können Sie zum Beispiel Details nachträglich am Rechner besser nachbelichten oder abdunkeln.

Bei Freihand-Aufnahmen auf ISO und Blende setzen!

Dummerweise hat diese Methode einen riesigen Nachteil: Sie funktioniert nur bei Motiven, die sich wenig bewegen und natürlich nur, wenn ein Stativ – oder eine stabile Unterlage – zur Hand sind. Nachtaufnahmen von beweglichen Objekten, etwa Kinder oder Tiere, sind ohne leistungsstarken Blitz leider kaum möglich.

Feuerwerk benötigt leider kürzere Belichtungszeiten. Hier helfen nur Blende und ISO.

Feuerwerk benötigt leider kürzere Belichtungszeiten. Hier helfen nur Blende und ISO.

Freihandaufnahmen hingegen können durchaus durch die bewusste Reduzierung der Bildqualität ihren Reiz entwickeln. Ich bin zum Beispiel auf Familienveranstaltungen, Partys oder bei Events zumeist ohne Blitz unterwegs, kann aber auch wegen der Flexibilität kein Objektiv aufstellen. Das Motiv sind zumeist Menschen. Natürlich könnte ich einen Aufhellblitz verwenden, indem ich das Blitzgerät nach oben oder zur Seite richte und die Decke oder Wände als Bouncer verwende. Das klappt aber längst nicht überall und verursacht nicht selten unschöne Schatten.

Nachtaufnahmen: Bildrauschen als Stilelement nutzen

Stattdessen arbeite ich bewusst mit der „schlechten“ Bildqualität, die die Kamera in hohen ISO-Werten und mit Offenblende liefert. Da ich zumeist nah an die Personen herankomme, reicht eine Reportage-Brennweite wie die oben erwähnte 24mm-Optik an APS-C. Ich setze gleichzeitig den ISO-Wert möglichst hoch (6.400 und mehr) oder sogar auf das Maximum (Hi-ISO) und öffne die Blende so weit es geht. Lichtstarke Festbrennweiten mit einer Anfangsblende von ƒ=2.8 oder sogar ƒ=1.8 sind hier natürlich von Vorteil, zur Not tut es aber auch das übrigens gar nicht so schlechte Kit-Objektiv, das bei 18 mm (APS-C: 28,8 mm) immerhin lichtstarke ƒ=3.5 abliefert. Den Stabilisator schalte ich, sofern vorhanden, aus.

Nachtaufnahmen mit der Canon EOS

SchwarzweiĂź, taghell und verwacklungsfrei dank hoher ISO-Werte und Offenblende. Das Bildrauschen kann als Stilelement genutzt werden.

Nun setze ich eine möglichst kurze Belichtungszeit, die idealerweise dem bei Tageslicht optimalen Wert entspricht, also verwacklungsfreie Bilder liefert. Durch den hohen ISO-Wert und die Offenblende gelangt so selbst in finsteren Kneipen genug Licht auf den Bildsensor. Die Bilder sind scharf, aber natürlich durch das Rauschen etwas körnig. Idealerweise setze ich bei diesen Fotos RAW-Format ein.

Nun kommt der Clou: Mit einem starken Schwarz-Weiß-Filter, wie er etwa in der Software Dynamic Black & White (Link) enthalten ist, hole ich die Körnung noch einmal heraus. Das Ergebnis sind stimmungsvolle und scharfe Bilder mit Retro-Wow-Effekt – trotz bescheidener Lichtverhältnisse!

Lesetipp der Redaktion: Architekturfotografie fasziniert: Einerseits, weil sie bereits mit kleiner Ausstattung möglich ist. Andererseits, weil es darum geht, große Objekte ansprechend und damit kreativ abzulichten. Canons EOS-Kameras sind dafür perfekt geeignet – wenn man weiß, wie es geht.

Fotos: Canon, Deutsche Post AG, Fotolia

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