Gaming-PC: So finden Sie die perfekte Grafikkarte

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Die Grafikkarte ist mittlerweile die wichtigste Komponente in jedem Gaming-PC. Umso wichtiger ist es, das richtige Modell zu kaufen. Wir zeigen Ihnen, wie Sie die perfekte Grafikkarte finden.

Wenn wir mit Lara Croft in Tomb Raider durch gefährliche Ruinen klettern, uns in Doom gegen heranstürmende Alien-Horden zur Wehr setzen oder in Civilization VI über unser riesiges Reich blicken, schlagen Gamer-Herzen höher – bis das Bild plötzlich hängt und man jäh aus den virtuellen Welten gerissen wird.

Wenn Spiele ruckeln, gibt es prinzipiell zwei Möglichkeiten: Entweder, Sie schrauben grafische Details und Auflösung herunter und leben mit einer hässlicheren Optik, oder aber Sie investieren in eine neue Grafikkarte. Das lohnt sich fast immer, sofern PC und Prozessor nicht bereits mehr als fünf Jahre auf dem Buckel haben. Der eigentliche Austausch der Grafikkarte ist technisch kein Hexenwerk, meist reichen ein Schraubenzieher und etwas Geduld.

Doch welche Grafikkarte bringt wirkliche Vorteile und worauf müssen Sie beim Kauf achten? Wir klären auf!

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Gretchenfrage: AMD oder Nvidia?

Beim Kauf einer aktuellen Gaming-Grafikkarte müssen Sie sich vor allem zwischen zwei Chipsatz-Herstellern entscheiden: AMD und Nvidia. Die Frage, welcher der beiden Grafikkarten-Größen denn nun die bessere ist, wurde schon erfolglos in unzähligen Fanboy-Schlachten diskutiert. Grob zusammengefasst bieten beide Hersteller vor allem in der preiswerten Mittelklasse sehr gute Lösungen.

Kaufratgeber Grafikkarte AMD Nvidia

Zum fairen Preis liefern die AMD Radeon RX 480 (hier im Bild) und die Nvidia GeForce GTX 1060 ruckelfreies Gaming in Full HD.

So liefert beispielsweise die AMD Radeon RX 480 für unter 300 Euro genug Leistung, um die meisten aktuellen Games ruckelfrei in Full HD darzustellen. Das gleiche gilt für das Nvidia-Pendant, die GeForce GTX 1060.

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„Nvidia kann bei seinen GeForce-Grafikkarten die PhysX-Schnittstelle für realistische Physik-Simulationen als Vorteil für sich verbuchen. Dafür bieten die AMD-Radeon-Karten oft das bessere Preis-Leistungs-Verhältnis“, urteilen die Experten der CHIP.

Bei der Rohleistung liegen Nvidia-Karten oft vor ihren AMD-Gegenstücken, sind aber meist etwas teurer. Beide Aussagen sind allerdings nicht pauschal gültig. Bestimmte Spiele, beispielsweise der Shooter-Kracher Doom, erreichen auf AMD-Karten zum Teil bessere Ergebnisse.

Die Namensschemata der Grafik-Chipsätze lassen übrigens bereits einen Rückschluss auf die Leistung zu. Grob gesagt gibt die erste Zahl die Chipsatz-Generation an, während die zweite das genaue Modell darstellt. Aktuell liefert Nvidia die GeForce-10XX, AMD die Radeon-RX4-Generation. Ältere Modelle wie die GeForce GTX 970 oder die Radeon R380 sollten Sie nicht mehr kaufen.

Grafikkarten-Tests: Darauf sollten Sie achten

Wenn Sie sich auf Hardwareseiten wie Computerbase oder Hardwareluxx durch Grafikkartentests klicken, werden Nicht-Gamer mit unzähligen technischen Details erschlagen. Der wichtigste Faktor und gewissermaßen die Währung im Grafikkartenmarkt sind die FPS, kurz für „Frames per Second“ oder auch „Bilder pro Sekunde“.

Grafikkarten Benchmark

„Benchmark-Ergebnisse geben einen guten Eindruck von der Power einer Grafikkarte. 60 Frames pro Sekunde (fps) gelten nach wie vor als Empfehlung, 30 fps als Minimum für ein flüssiges Spielerlebnis“, schreibt chip.de.

Erst, wenn eine Grafikkarte ein Spiel mit mindestens 30 FPS darstellen kann, erscheint es uns flüssig, wesentlich besser sind Werte ab 60 FPS aufwärts. Wenn eine Grafikkarte in einem Vergleichstest in einem Ihrer Lieblingsspiele deutlich unter 30 FPS liefert, sollten Sie einen Bogen darum machen.

Leider stellt so ziemlich jedes Spiel andere Anforderungen an die Grafikkarte. Einen guten Überblick über die Leistung einer Wunschkarte liefern daher die sogenannten Leistungs-Indizes, wie sie beispielsweise Computerbase (Link) oder PC Games Hardware (Link) anbieten.

Hier werden die Testergebnisse von mehreren Spielen zusammengefasst und ein Durchschnittswert angegeben. Liegt die Auflösung Ihrer ausgewählten Karte (s. unten) im Schnitt bei mindestens 50 bis 60 FPS, machen Sie nicht viel falsch. Ein solcher Leistungsindex hilft zudem beim Vergleich mit der aktuellen Karte.

Grafikkarten-Kauf: Der Monitor entscheidet mit

Bei der Frage nach der richtigen Grafikkarte für Ihren Gaming-Rechner spielt auch der verwendete Monitor eine Rolle, genauer gesagt dessen Auflösung. Hier gilt eine einfache Faustregel: je mehr Pixel, desto mehr Grafikleistung ist vonnöten.

Zocken Sie beispielsweise auf einem Full-HD-Monitor mit einer Auflösung von 1.920 x 1.080 Pixeln, erreichen Sie auch mit einer günstigen Grafikkarte gute Bildraten. Die schon erwähnte AMD Radeon RX 480 reicht für die meisten Spiele ebenso aus wie Nvidias GeForce GTX 1060. Selbst die günstigeren Modelle mit Radeon RX 470 oder GeForce GTX 1050 Ti genügen abseits der ganz großen Grafik-Blockbuster für ein ruckelfreies Spielvergnügen.

Einsteiger-Grafikkarten wie die GeForce GTX 1050ti arbeiten stromsparend und liefern genug Grafikpower für ältere Titel und Indie-Spiele.

Einsteiger-Grafikkarten wie die GeForce GTX 1050ti arbeiten stromsparend und liefern genug Grafikpower für ältere Titel und Indie-Spiele.

Arbeiten Sie hingegen mit einem Monitor mit 2.560 x 1.440 Pixeln, könnte es mit dem flüssigen Zocken schon schwieriger werden. Hier sollten Sie gegebenenfalls gleich in eine hochpreisige Grafikkarte mit GeForce GTX 1070-Chip investieren. Das gilt erst recht, falls Sie bereits den Sprung ins 4K-Zeitalter gewagt haben. Die ultrahochauflösenden Monitore liefern beim Gaming ein gestochen scharfes Bild, bringen aber selbst Hochleistungskarten ins Schwitzen.

Die Taktraten der Quick Silver Edition OC liegen bei 1607 MHz beziehungsweise 1797 MHz im Boost-Modus.

MSI GForce GTX 1070 Quick Silver 8G OC: Die Taktraten der Grafikkarte liegt bei 1607 MHz beziehungsweise 1797 MHz im Boost-Modus.

Wer nicht nur aktuelle, sondern auch künftige Titel in 4K zocken möchte, muss tief in die Tasche greifen und sich für die GeForce GTX 1080 entscheiden. AMD bedient dieses High-End-Segment derzeit leider nicht, hier erwarten wir aber 2017 neue Lösungen und damit auch Konkurrenz zu Nvidia.

Wer ohne Kompromisse in 4K zocken will, liegt bei der GeForce GTX 1080 richtig.

Wer ohne Kompromisse in 4K zocken will, liegt bei der GeForce GTX 1080 richtig.

Mindestens genauso wichtig ist in diesem Zusammenhang der Grafikkartenspeicher. Höhere Auflösungen sorgen auch dafür, dass die Texturen in Spielen deutlich an Größe zunehmen. Da diese in den Speicher der Grafikkarte ausgelagert werden, kann hier schnell ein Flaschenhals entstehen.

Aktuelle Grafikkracher wie Watch Dogs 2 profitieren auch von großem Videospeicher – der Griff zu Karten mit 8 Gigabyte lohnt sich immer häufiger.

Aktuelle Grafikkracher wie Watch Dogs 2 profitieren auch von großem Videospeicher – der Griff zu Karten mit 8 Gigabyte lohnt sich immer häufiger.

Generell gilt: Für Full HD reichen in der Regel 4 Gigabyte Videospeicher, für höhere Auflösungen sollten Sie auf mindestens 6, besser noch 8 GB setzen, um zukunftssicher zu agieren. Entscheiden Sie sich keinesfalls für eine Grafikkarte mit weniger als 4 Gigabyte, da diese selbst bei einfachen Games an ihre Grenzen kommen.

Stromverbrauch: Nicht nur eine Kostenfrage

Vor allem besonders leistungsstarke Grafikkarten wie die ältere GeForce GTX 980 TI oder die Radeon R9 R390 haben einen enormen Stromhunger. Manche Karten ziehen unter Volllast bis zu 300 Watt aus der Steckdose. Wer länger als nur gelegentlich ein halbes Stündchen zockt, merkt das mittelfristig auch auf der Stromrechnung. Achten Sie daher nach Möglichkeit darauf, eine Karte mit geringerem Verbrauch zu kaufen. Die Hersteller geben diese Werte in Form des „TDP“ (Thermal Design Power) auf den Datenblättern an.

Kaufratgeber Grafikkarten 2017

Nvidia-GeForce-Modelle aus der Serie 1050 / 1050 Ti mit 128-Bit-Interface und 640- bzw. 768-CUDA-Cores (Ti): Die Modelle sind im preisgünstigen Segment angesiedelt und eignen sich unter anderem für Casual-Gamer und zum Aufbau von kompakten Multimedia-PCs mit niedrigem Energieverbrauch.

Glücklicherweise arbeiten gerade neuere Grafikeinheiten deutlich energieeffizienter. So begnügen sich die meisten Modelle mit einem Chipsatz von GeForce GTX 1070 oder AMD Radeon 480 mit 150 Watt oder sogar weniger.

Die Leistungsaufnahme spielt nicht nur im Hinblick auf die Stromrechnung eine wichtige Rolle! Falls in Ihrem PC ein eher leistungsschwaches Netzteil steckt, liefert dieses im schlimmsten Fall nicht genug Saft beim Gaming. Beim Blick in den PC sehen Sie recht schnell, wie viel Strom das Netzteil liefert, da dies auf einem Aufkleber ausgewiesen ist.

In einem gamingtauglichen PC sollte mindestens ein 400-Watt-Netzteil werkeln, besser sind 500 oder 600 Watt. Bei den vor allem in Office-PCs geläufigen 300-Watt-Netzteilen sind wirklich starke Grafikkarten kein Thema. Hier gibt es zwei Möglichkeiten: entweder das Netzteil tauschen (was vor allem Schraubarbeit ist) oder zu einer sparsameren, aber auch schwächeren Karte greifen. Als besonders genügsam gelten beispielsweise die Nvidia GeForce GTX 950Ti oder die AMD Radeon RX 460.

Lesetipp der Redaktion: Mit dem Medion Erazer P6661 in der PC-Games-Hardware-Edition wird Gaming mobil: Ausgestattet mit einer leistungsstarken GPU und aktueller Intel-Skylake-Architektur gibt das Notebook beim Thema Gaming mächtig Gas – doch taugt es auch im Alltag? Wir haben das Medion Erazer P6661 PCGH-Edition in der Praxis getestet.

Lautstärke, Platz und die Preisfrage

Grafikchips produzieren jede Menge Wärme und schreien deshalb nach einer guten Kühlung. Ob ASUS, MSI oder PowerColor: Jeder Hersteller bietet für die verschiedenen Chipsätze Lösungen mit unterschiedlichen Kühlsystemen. Die Effizienz dieser Kühlungen betrifft nicht nur die Leistung, sondern auch die Lautstärke der Karte. Lärmempfindliche Gemüter sollten also beim Kauf darauf achten, dass die Lautstärke unter 3 Sone liegt – in den meisten Tests finden Sie entsprechende Angaben. Wer eh mit Kopfhörer zockt, kann freilich auch zu lauteren Karten greifen.

Wer nur einen kleinen Tower zur Verfügung hat oder auf einem wohnzimmertauglichen Mini-Rechner zocken möchte, sollte außerdem den verfügbaren Platz im Gehäuse prüfen. Die meisten Grafikkarten brauchen samt Kühlung mindestens zwei Steckplätze auf dem Motherboard, einige sogar drei. Auch die Länge der Karte kann in kleinen Rechnern zum Problem werden. Hier sollte gegebenenfalls nachgemessen werden, ehe die neue Karte am Ende keinen Platz findet.

Kaufberatung: Grafikkarte

Sie sehen: Es gibt einiges zu beachten beim Grafikkartenkauf. In der Praxis ist ein Upgrade auf eine neue Karte aber dennoch die effizienteste Lösung für schönere Spielegrafik. Das beste dabei: Wenn Sie sich für den Kauf einer einigermaßen leistungsstarken Karte entscheiden (empfehlenswert ist beispielsweise eine GeForce GTX 1070), dürften Sie für die nächsten Jahre in Sachen Grafikpower auf der sicheren Seite sein. Verfügen Sie hingegen über ein eher knappes Budget und wollen Ihren PC vor allem für aktuelle und auch ältere Titel fit machen, genügt eine günstigere Radeon RX 470 oder GeForce GTX 1050ti oder 1060. In diesem Fall erhalten Sie schon für 200 Euro und weniger einen gamingtauglichen PC.

Fotos: Fotolia, MSI, Ubisoft, EVGA, Asus

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