Fotografie: Die Kunst der Bildkomposition

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Perfekte Bilder entstehen nicht einfach durch Betätigen des Auslösers. Vielmehr muss sich der Fotograf vorab mit einigen Techniken der Bildkomposition befassen. Nur so erhält man wirklich attraktive Fotos. Wer die Regeln sicher verinnerlicht, kann sie in Sekundenschnelle anwenden – und jederzeit aus der Hüfte spannende Bilder schießen.

Am Anfang ist das mit dem Fotografieren ja ganz leicht. Als ich meine erste Canon EOS in der Hand hielt – es war eine Canon EOS 450D, aber längst nicht meine erste Kamera – staunte ich zunächst über die enorme Bildqualität gegenüber allen Digitalkameras, die ich zuvor besessen hatte. Mit einer leistungsstarken Automatik ausgestattet, waren die Bilder schon locker aus der Hüfte geschossen technisch brillant. Dummerweise sahen sie trotzdem irgendwie langweilig oder sogar „schräg“ aus. Ich war der klassische Schnappschuss-Schütze, bis ich begann, mich zwecks Aufnahme interessanterer Bilder einmal mit dem Thema Bildkomposition zu befassen. Die Regeln sind mir inzwischen in Fleisch und Blut übergegangen.

Canon EOS 60D Fotografie Tutorial Bildkomposition Allyouneed Magazin

EOS 60D von Canon: Der 18-Megapixel-CMOS-Sensor bietet eine überragende Qualität auch bei schlechten Lichtverhältnissen und ermöglicht Aufnahmen mit deutlich reduziertem Bildrauschen.

Dadurch kann ich mit meiner aktuellen Canon EOS 60D und meiner Canon EOS 100D, ja sogar mit dem iPhone inzwischen ausgesprochen schöne Fotos schießen.

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Lesetipp der Redaktion: Die iPhone-Kamera ist bei ambitionierten Hobby- und sogar bei Profi-Fotografen beliebt: beste Bildqualität und immer dabei. Doch bislang gab es ein Manko: Fotos wurden nur als automatisch verbesserte JPEG-Dateien ausgegeben. Mit iOS 10 hat Apple das geändert. Fotografen können jetzt Fotos im RAW-Dateiformat schießen. Wir zeigen, wie es geht.

Die Kunst der Bildkomposition

Das perfekte Foto benötigt mehr als perfekte Technik. Ich würde sogar noch weiter gehen: Selbst mit einfachsten Kameras kann ein geübter Fotograf problemlos ansprechende, interessante Bilder schießen. Manch ein Foto-Profi arbeitet inzwischen sogar gelegentlich mit dem Smartphone, etwa dann, wenn „große“ Kameras unangebracht sind. Damon Winter ist einer der Pioniere und lieferte bereits 2010 die faszinierende Fotoreportage „A Grunt’s Life“ über die Arbeit der G.I.s in Afghanistan ab – ausschließlich mit einem iPhone 4 aufgenommen (Link zur Fotoreportage „A Grunt’s Life“)!

Die technische Perfektion, von der die Mitarbeiter bundesdeutscher Elektronikmärkte nämlich schwadronieren, ist wie der Megapixel-Wahn eine teure Illusion: Sie kann in Extremsituationen von Vorteil sein, im normalen fotografischen Alltag reicht jedoch eine simple, preiswerte Canon EOS wie die Canon EOS 1200D samt Kit-Objektiv zunächst völlig aus.

Ideale Kameraeinstellung: Bei der Bildkomposition mit der EOS 1200D wird die Aufnahmesituation hinsichtlich Helligkeit, Farbe, Bewegung und Gesichtern analysiert.

Ideale Kameraeinstellung: Bei der Bildkomposition mit der EOS 1200D wird die Aufnahmesituation hinsichtlich Helligkeit, Farbe, Bewegung und Gesichtern analysiert.

Was natürlich nicht bedeutet, dass man sich deshalb ein Billigmodell kaufen sollte. Eine gelungene Bildkomposition ist völlig unabhängig von der Kamera und wer ein gutes EOS-Modell besitzt, setzt eben das ein.

Grundtechniken der Bildkomposition im Überblick

Als ich begann, mich mit der Bildkomposition zu befassen, musste ich mir erst einmal darüber klar werden, worin die Bildzusammenstellung überhaupt besteht. Es geht vor allem darum, gezielt Eindrücke aus- und einzuschließen, um am Ende das perfekte Bild zu schießen. Dabei sind vor allem drei Regeln besonders wichtig: die Drittelregel („goldener Schnitt“), Blickwinkel auf „Augenhöhe“ des Motivs sowie eine möglichst große Nähe zum Objekt.

Vor allem die Drittelregel spielt eine entscheidende Rolle bei der Bildkomposition. Schon Euklid von Alexandria (griechischer Mathematiker, 3. Jahrhundert v. Chr.) wusste, dass der goldene Schnitt eine natürliche Proportionierung darstellt und daher für das Auge besonders ansprechend ist. Gebäude, Kunstwerke und andere künstlerische Objekte werden deshalb seit jeher entsprechend proportioniert. Da die exakte Ermittlung allerdings komplexe Rechnungen oder ein gutes Augenmaß erfordert, gibt es eine vereinfachte Form des goldenen Schnitts, die sogenannte Drittelregel.

Genau deshalb besitzen moderne Digitalkameras – vom Smartphone bis zur Canon EOS 1D Mark IV – ein einblendbares Gitter aus vier Linien, die das Foto in 3×3 Felder aufteilt. Die Schnittlinien dritteln das Bild horizontal und vertikal, was die Bildkomposition massiv erleichtert. Fotografen sollten sie daher immer aktivieren. Leider sind die Linien bei EOS-DSLRs in der Regel nicht im Sucher eingeblendet – hier hilft nur Augenmaß oder die Verwendung des LiveView-Modus, bei dem sich die Drittelung einblenden lässt.

Drittelregel Fotografie Bildkomposition

Ein schönes Beispiel für die Drittelregel: Hund und Beine des Frauchens liegen an den Schnittlinien an.

Wichtig an der Drittelregel: Das Bild wird in neun gleich große Teile aufgeteilt. Eine perfekte Bildkomposition beinhaltet daher, dass das Motiv nicht mittig, sondern an einem der vier Schnittpunkte der vier Linien angelegt wird. Zum Glück blenden viele Bildbearbeitungs-Tools, darunter Apples Fotos, längst beim Bearbeiten entsprechende Linien ein und helfen so, das Foto nachträglich ansprechend zu beschneiden.

Moderne Bildbearbeitungsprogramme blenden auf Wunsch das Gitter für die Drittelregel ein.

Moderne Bildbearbeitungsprogramme blenden auf Wunsch das Gitter für die Drittelregel ein.

Auch die Entfernung zum Motiv spielt eine große Rolle. Grundsätzlich bildet Nähe Intimität ab, eine große Entfernung sorgt hingegen für Distanz – beides Möglichkeiten, im Bild etwas darzustellen und eine bestimmte Wirkung zu erzielen.

Daneben ist die Perspektive zu berücksichtigen: Die Froschperspektive sorgt beim Betrachter dafür, dass er sich klein fühlt, die Vogelperspektive überhöht ihn. Daher sollten sich, sofern diese Wirkung nicht gewünscht ist, Fotograf und Motiv immer auf der gleichen horizontalen Ebene befinden. Insbesondere, wenn es sich um Menschen oder Tiere handelt, sorgt ein Foto „auf Augenhöhe“ für eine ansprechende Bildwirkung.

Weitere praktische Hilfen bei der Bildkomposition mit der EOS

Neben diesen drei Grundregeln gibt es natürlich noch eine Reihe anderer Entscheidungen, die der Fotograf vor der Aufnahme eines Fotos treffen muss. So zum Beispiel, ob sich Hoch- oder Querformat besser eignen.

Ich persönlich versuche, Fotos stets im Querformat aufzunehmen: Später bei der Bearbeitung hat man dann noch Spielraum, um gegebenenfalls ein Hochformat aus dem Querformat zu erstellen – umgekehrt ist das nicht möglich. Zumal der natürliche Blickwinkel des Menschen ohnehin das Querformat ist, schließlich befinden sich die Augen neben- und nicht übereinander. Das Hochformat erzeugt in aller Regel den Eindruck von Größe oder gibt Dynamik wieder und sollte deshalb nur eingesetzt werden, wenn diese Wirkung erwünscht ist.

In diesem Zusammenhang müssen auch Fluchtpunkte betrachtet werden: Mit sogenannten Fluchtpunkten und S-Linien können Sie den Betrachter in das Bild hineinführen.

Ein Beispiel für den Fluchtpunkt. Der Tunnel führt den Betrachter ins Bild, der Endpunkt des Tunnels im Bild entspricht der Drittelregel.

Ein Beispiel für den Fluchtpunkt. Der Tunnel führt den Betrachter ins Bild, der Endpunkt des Tunnels im Bild entspricht der Drittelregel.

Beispiele für S-Linien sind etwa Flüsse oder Straßen, die einen kurvigen Verlauf in das Bild hineinbringen und so den Blick des Betrachter führen.

Fotografie S-Linie

Ein hübsches Beispiel für eine S-Linie.

Anfangs- oder Endpunkt der S-Linie sollten natürlich im Rahmen der Drittelregel komponiert werden, um eine optimale Bildwirkung zu erzielen.

Bokeh oder nicht?

Zu guter Letzt sollten Fotografen auch durch die Blendeneinstellung wählen, ob sie eine hohe Tiefenschärfe oder eine Hintergrundunschärfe (Bokeh) wünschen. Hier spielt tatsächlich ausnahmsweise bessere Technik eine entscheidende Rolle.

Ein leichtes Bokeh stellt den Vordergrund frei. Der Kopf des Hundes ist im goldenen Schnitt positioniert.

Ein leichtes Bokeh stellt den Vordergrund frei. Der Kopf des Hundes ist im goldenen Schnitt positioniert.

Nur gute, lichtstarke Objektive haben ein entsprechend ansprechendes Bokeh und bieten die Möglichkeit, die Blende frei nach den eigenen Wünschen einzustellen. Während sich ein verschwommener Hintergrund, also eine weit offene Blende, vor allem bei Porträtfotos und Detailfotos anbietet, um das Motiv freizustellen, ist eine hohe Tiefenschärfe mit Blenden von ƒ=5,6 oder höher vor allem bei Landschafts- und Architekturaufnahmen sinnvoll. Natürlich setzen all diese Regeln voraus, dass Sie die Technik Ihrer Canon EOS (oder jeder anderen Kamera) blind beherrschen – aber das sollte nach ein wenig Übung kein Problem sein.

Ich selbst habe geübt, geübt und nochmals geübt – und spiele die Bildkomposition inzwischen jedes Mal ohne großes Nachdenken durch, bevor ich ein Foto schieße. Meine Bilder sind seither deutlich spektakulärer geworden.

Lesetipp der Redaktion: Nachtaufnahmen sind ein schwieriges Unterfangen: Die schlechten Lichtverhältnisse verursachen in den Standard-Einstellungen und bei aus der Hand geschossenen Fotos Rauscharien und Wackelbilder. Damit sie gelingen, müssen Fotografen daher einiges im Umgang mit der EOS von Canon beachten. Die Belohnung sind wunderbare und dynamische Nachtaufnahmen.

Fotos: Canon, Fotolia

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